Weisheiten aus dem I Ging

Weisheiten aus dem I Ging

Das alte chinesische Münzorakel ist eine Quelle großer Weisheit. Seine Deutungen liefern höhere Wahrheiten sowie weltliche Erkenntnisse. Sie unterstützen das innere Wachstum und die spirituelle Weiterentwicklung, können aber auch Anregungen für das praktische Leben geben.

  • Weisheiten aus der Deutung des I-Ging
  • ​1 - Schöpfung
  • ​Etwas wird in Gedanken erschaffen. Noch existiert es nur im Geiste, doch irgendwann zeigt es sich in der Realität.
  • ​2 - Empfängnis
  • ​Etwas, das im Geiste erschaffen wurde, zeigt sich in der materiellen Wirklichkeit und nimmt dort Gestalt an.
  • ​3 - Anfangsschwierigkeit
  • ​Wer sich ins kalte Wasser stürzt, muss sich erst einmal zurechtfinden. Doch nach Überwinden der ersten Schwierigkeiten geht es bergauf.
  • ​​4 - Jugendtorheit
  • ​Der Mensch macht Fehler, wenn es ihm an Wissen und Erfahrung mangelt. Zum Glück bescheren Fehler Wissen und Erfahrung.
  • ​​​5 - Warten
  • ​Ungeduld ist eine Schwäche, Geduld eine Stärke. Warten kann eine gute Taktik sein und manchmal ist es die Bedingung für den Erfolg.
  • ​​​​6 - Streit
  • ​Wenn unvereinbare Werte und Ziele aufeinandertreffen, entstehen Konflikte. Doch die können durch passende Regeln vermieden werden.
  • ​​​​​7 - Heer
  • ​Im Verbund lässt sich viel mehr erreichen. Doch dazu bedarf es Regeln, Disziplin und einer guten Organisation.
  • ​​​​​​8 - Zusammenhalt
  • ​Es ergibt Sinn, sich zusammenzuschließen. Damit das auch so bleibt, sind aber gemeinsame Ziele, Werte und Interessen notwendig.
  • ​​​​​​​9 - Des Kleinen Zähmungskraft
  • ​Auch Schwächere können sich gut durchsetzen. Wenn sie der Stärkere dringend benötigt, sitzen sie am längeren Hebel.
  • ​10 - Auftreten
  • ​Mit einem angemessen Verhalten lässt sich viel erreichen. Vor allem wenn sehr unterschiedliche Menschen aufeinander treffen.
  • ​11 - Friede
  • ​Damit der Geist bekommt, was er will, muss sich die Welt im Lot befinden. Dann ist alles möglich und Wünsche werden wahr.
  • ​12 - Stockungs
  • ​Nicht immer kann man gegen den Niedergang kämpfen. Manchmal ist es besser, sich abzuschotten und Schaden zu vermeiden.
  • ​13 - Gemeinschaft
  • ​Menschen arbeiten zusammen an ihren gemeinsamen Vorhaben. Dabei können sie auf eine Vielfalt an Fähigkeiten zurückgreifen.
  • ​14 - Besitz von Großem
  • ​Manchmal ist das Schicksal sehr großzügig. Der Beschenkte sollte aber bescheiden und dankbar bleiben, sonst könnte er alles wieder verlieren.
  • ​15 - Bescheidenheit
  • ​Wenn es nach oben geht, sollte man nicht zu großspurig auftreten. Sonst könnte etwas dafür sorgen, dass sich die Richtung wieder ändert.
  • ​16 - Begeisterung
  • ​Mit Elan und Freude lässt sich mehr erreichen. Und wenn man auch noch Andere damit ansteckt, gibt es zusätzliche Unterstützung.
  • ​17 - Nachfolge
  • ​Wer Menschen für sich gewinnen will, muss wissen, was die gerne hätten und ihnen genau das geben.
  • ​18 - Arbeit am Verdorbenen
  • ​Fehler aus der Vergangenheit ausbügeln ist aufwendig. Doch sie zu ignorieren, würde jedem Weiterkommen die Grundlage entziehen.
  • ​19 - Annäherung
  • ​Es ist eine Herausforderung, sich näher zu kommen. Eine Person blickt hinauf, die andere herab, und doch müssen sich beide in die Augen sehen.
  • ​20 - Betrachtung
  • ​Wer Macht erlangen oder erfolgreich sein will, muss die Gesetze kennen, nach denen die Welt und das Universum funktionieren.
  • ​21 - Durchbeißen
  • ​Wenn etwas den Weg blockiert und das Weiterkommen verhindert, muss Kraft aufgebracht werden, um das Hindernis zu entfernen.
  • ​22 - Anmut
  • ​In der Schönheit der Natur liegt viel Weisheit. Aus ihren Farben und Mustern lassen sich die großen Geheimnisse dieser Welt entschlüsseln.
  • ​23 - Zersplitterung
  • ​Wenn Niedergang und Verlust drohen, wäre es leichtsinnig, alles auf eine Karte zu setzen. Besser ist, das bisher Erreichte zu bewahren.
  • ​24 - Wende
  • ​Nach einer Phase der Zersetzung und des Niedergangs kommt stets ein Wandel, der alles wieder neu aufbaut.
  • ​25 - Unschuld
  • ​Der Mensch an sich ist gut. Außer, er hat den Kontakt zu dem Göttlichen in seinem Inneren verloren.
  • ​26 - Des Großen Zähmung
  • ​Es wäre dumm, nicht für die Zukunft zu sorgen. Doch sollte man Reserven nicht verkümmern lassen, anstatt sie klug einzusetzen.
  • ​27 - Ernährung
  • ​Der Mensch hat viele Bedürfnisse. Ihre Wichtigkeit erkennt er aber erst, wenn etwas fehlt, knapp wird oder wegzubrechen droht.
  • ​28 - Des Großen Übergewicht
  • ​Wenn Probleme nur vorübergehend gelöst werden, kehren sie irgendwann zurück und zwingen dazu, sich erneut mit ihnen auseinanderzusetzen.
  • ​29 - Das Abgründige
  • ​Wenn Gefahren drohen oder Verlockungen in die Irre führen, sollte man allem trotzen und seinen Weg unbeirrt weitergehen.
  • ​30 - Das Haftende
  • ​Das Materielle ist Teil unseres Lebens und Manifestation des Spirituellen. Denn das Geistige braucht das Körperliche, um sich zu zeigen.
  • ​31 - Werbung
  • ​Die Wahrheit setzt sich bekanntlich durch. Das erspart dem Menschen trotzdem nicht, Andere davon zu überzeugen.
  • ​32 - Dauer
  • ​Das Leben ist ein ewiger Kreislauf. Wie die Jahreszeiten wiederholen sich die einzelnen Etappen immer wieder von neuem.
  • ​33 - Rückzug
  • ​Konflikte kosten Zeit, Kraft und Geld. Deshalb ist es klug, ihnen auszuweichen und sich auf das zu konzentrieren, was wirklich wichtig ist.
  • ​34 - Des Großen Macht
  • ​Wer Macht hat und wessen Entscheidungen folgenreich sind, sollte sich stets hinterfragen und die eigenen Schwächen kennen.
  • ​35 - Fortschritt
  • ​Nicht alles lässt sich sofort verwirklichen. Manchmal sind unzählige kleine Schritte notwendig, bis das große Ziel erreicht ist.
  • ​36 - Verfinsterung des Lichts
  • ​Menschen sind oft schlechten Einflüssen ausgesetzt. Die Frage ist, wie man die Auswirkungen abwehren kann, ohne sich Feinde zu machen.
  • ​37 - Sippe
  • ​Jeder Mensch hat seinen Platz und seine Aufgabe innerhalb der Gemeinschaft. Deren Erfolg geht auch auf den Einsatz des Einzelnen zurück.
  • ​38 - Gegensatz
  • ​In der Natur und der Gesellschaft gibt es auseinanderliegende Pole. Diese Gegensätze erzeugen Spannung und setzen Kräfte frei.
  • ​39 - Hemmnis
  • ​Die irdische Welt ist voller Widrigkeiten und Hürden. Doch deren Überwindung formt die Persönlichkeit und lässt sie wachsen.
  • ​40 - Befreiung
  • ​Die Erlösung von einer Last verschafft neue Möglichkeiten. Man fühlt sich frei und kann seine Energie für nützlichere Dinge verwenden.
  • ​41 - Minderung
  • ​Schnelle Erfolge gehen manchmal auf Kosten langfristiger Ziele. Doch wer sich den Boden unter den Füßen entzieht, hat bald gar nichts mehr.
  • ​42 - Mehrung
  • ​Der Starke bringt regelmäßig Opfer für den Schwachen. Das liegt aber auch im eigenen Interesse, da sich beide gegenseitig benötigen.
  • ​43 - Durchbruch
  • ​Das Gute setzt sich durch. Vor allem, wenn es sich nicht an Konflikten aufreibt, sondern auf die eigenen Stärken besinnt.
  • ​44 - Entgegenkommen
  • ​Bewegen sich unterschiedliche Partner aufeinander zu, müssen Abstriche gemacht werden. In der Summe rentiert es sich trotzdem.
  • ​45 - Sammlung
  • ​Menschen mit ähnlichen Eigenschaften schließen sich gerne zusammen - oder werden von Außenstehenden in eine Schublade gesteckt.
  • ​46 - Empordringen
  • ​Die Natur und das Leben sind auf Wachstum ausgerichtet. Langfristig geht alles nach oben und gedeiht.
  • ​47 - Bedrängnis
  • ​Einige Probleme kosten Kraft und setzen unter Handlungsdruck. Doch solche Herausforderungen lassen am meisten wachsen.
  • ​48 - Brunnen
  • ​Der Reichtum der Natur ist im Grunde unendlich. Allerdings muss nachhaltig gewirtschaftet und auch an das Morgen gedacht werden.
  • ​49 - Umwälzung
  • ​Die Gesellschaft ändert sich ständig. Wer diese Veränderungen voraussieht, kann ungemein davon profitieren.
  • ​50 - Tiegel
  • ​In einer Hochkultur haben die Menschen hohe Ansprüche. Doch ebenso sind sie in der Lage, hochwertige und kreative Produkte zu erschaffen.
  • ​51 - Donnern
  • ​Schicksalskräfte lösen Veränderungen aus. Wer sie fürchtet, den vernichten sie. Wer ihnen freudig entgegenblickt, wird belohnt.
  • ​52 - Stille
  • ​Für alles gibt es eine richtige Zeit. Manchmal ist es besser, zu handeln. Manchmal ist es besser, zu ruhen und sich zu erholen.
  • ​53 - Entwicklung
  • ​Wer hoch hinaus will, kann tief fallen. Es sei denn, man geht mit einem guten Plan vor und lässt bei jedem einzelnen Schritt Vorsicht walten.
  • ​54 - Das heiratende Mädchen
  • ​Wenn Menschen zusammenarbeiten, kann das für sie vorteilhaft sein. Dazu müssen sie sich aber in eine Gemeinschaft einfügen.
  • ​55 - Fülle
  • ​Irgendwann können die Früchte der vielen Arbeit geerntet werden. Dann herrschen Wohlstand und Überfluss.
  • ​56 - Wanderer
  • ​Das Erkunden unbekannten Terrains führt zu vielversprechenden Möglichkeiten und neuen Erfahrungen.
  • ​57 - Das Eindringliche
  • ​Einmalige Gedanken oder Handlungen sind oft schnell vergessen. Erst durch ihre Wiederholung formen sie die Wirklichkeit.
  • ​58 - Das Heitere
  • ​Innere Freude sorgt für eine positive Ausstrahlung und steckt Andere an. Vor allem wenn sie lange genug im Herzen getragen wird.
  • ​59 - Auflösung
  • ​Menschen können sich zusammenfinden oder voneinander distanzieren. Sie können sich verfeinden oder gemeinsam Feste feiern.
  • ​60 - Beschränkung
  • ​Grenzen und Schranken sorgen für stabile Verhältnisse. Sie schaffen Ordnung und verhindern, dass die Dinge aus dem Ruder laufen.
  • ​61 - Innere Wahrheit
  • ​Wer die Wahrheit wirklich verstehen will, muss mehrere Sichtweisen einnehmen und gleichzeitig unparteiisch sein.
  • ​62 - Des Kleinen Übergewicht
  • ​Ehrgeizige Anforderungen führen zu wertvollen Erfahrungen und schnellem Wachstum. Doch man kann auch grandios scheitern.
  • ​63 - Nach der Vollendung
  • ​Wenn sich die Welt im Einklang befindet und nahezu perfekt erscheint, ist das nie von Dauer. Bald schon gerät das Gleichgewicht aus dem Lot.
  • ​64 - Vor der Vollendung
  • ​Beim Streben nach Vollkommenheit steht der Weg im Mittelpunkt. Das Ziel existiert nur theoretisch und kann nicht wirklich erreicht werden.

Das I-Ging ist eng mit dem Buch der Wandlungen verbunden. Dieses wurde nicht etwa von einem Autor verfasst, sondern von Generationen chinesischer Herrscher, die ihr Wissen und ihre gesammelte Erfahrung so an ihre Nachfolger weitergaben. Vermutlich war es niemals für das Volk bestimmt. Doch dank Buchdruck und Internet können wir alle von den Erkenntnissen großer Führungspersönlichkeiten und den Schicksalsfügungen eines traditionsreichen Orakels profitieren.