Friedensbotschaften vom I-Ging

Friedensbotschaften vom I-Ging

In alten Zeiten haben chinesische Herrscher das I-Ging Orakel nach politischem Rat befragt. Regelmäßig ging es da auch um Spannungen, Konflikte oder sogar Krieg.

Die Hexagramme werden hier als Hinweise für den Frieden gedeutet. Sie zeigen Wege zur Harmonie und zum Einklang. Die können auf Ebene der inneren Empfindungen verstanden werden, doch sie lassen sich auch gesellschaftlich auffassen. Dann geht es wirklich um den Frieden auf Erden und wie man diesem Ziel näher kommt. Nicht wenige Hexagramme haben die politische Sicht sogar ganz besonders im Auge. Wenn im Außen der Krieg tobt, dürfte es schließlich schwer werden, innerlich zur Ruhe zu kommen.

  • I-Ging-Deutungen - Frieden
  • ​1 - Schöpfung
  • ​Wenn immer mehr Menschen fest an den Frieden glauben und unerschütterlich daran festhalten würden, gäbe es immer weniger Kriege und Streit auf der Welt.
  • ​2 - Empfängnis
  • ​Die Idee innerer wie äußerer Harmonie mag edel sein, doch erst harte Arbeit und viele Anstrengungen können in der Wirklichkeit für Frieden sorgen.
  • ​3 - Anfangsschwierigkeit
  • ​Frieden ist mehr, als eine Entscheidung. Er ist ein Zustand, der gerade in seinen Anfangszeiten noch brüchig ist und viele Stolpersteine zu umgehen hat.
  • ​​4 - Jugendtorheit
  • ​Eine Kultur des Friedens braucht Zeit, bis sie gereift und mächtig ist. Dabei wird aus Fehlern gelernt und eigenen Schwächen entgegengewirkt.
  • ​​​5 - Warten
  • ​Ein lange währender Friede muss gut vorbereitet werden. Oft ist auch Geduld erforderlich. Es braucht Zeit, bis er wirklich in der Realität angekommen ist.
  • ​​​​6 - Streit
  • ​Kommt es zu einem Krieg, gehen dem Spannungen und Streitigkeiten voraus. Am besten, man steuert da bereits dagegen.
  • ​​​​​7 - Heer
  • ​Wenn sich ein Mensch für den Frieden einsetzt, kann das den Unterschied ausmachen. Wenn es eine große Masse tut, macht das den Unterschied aus.
  • ​​​​​​8 - Zusammenhalt
  • ​Nur Gegner geraten in Konflikte. Verschmilzt man zu einer Einheit, die fest zusammenhält, ist der Frieden gesichert.
  • ​​​​​​​9 - Des Kleinen Zähmungskraft
  • ​Der Frieden liegt vor allem im Sinne des Einzelnen. Das egoistische Interesse schützt vor Selbstaufgabe und kollektivem Wahn - zumindest wenn man glücklich ist.
  • ​10 - Auftreten
  • ​Den Willen zum Frieden muss man auch zeigen. Es gibt Regeln, die nicht verletzt werden sollten. Doch fast wichtiger ist der gegenseitige Respekt.
  • ​11 - Friede
  • ​Wer den Frieden will, muss von seinen Vorzügen überzeugen. Dass es besser ist, von der Harmonie zu profitieren, als Aufwendungen für Konflikte zu haben.
  • ​12 - Stockungs
  • ​Wenn man nicht mehr miteinander spricht, wenn man sich misstraut und sich voneinander abschottet, ist das der Nährboden für zukünftige Konflikte.
  • ​13 - Gemeinschaft
  • ​Der Friedensschluss ist Aufgabe der Gemeinschaft. Es muss etwas gemeinsam unternommen werden. Vielfältige Aufgaben fallen an. Doch alle profitieren davon.
  • ​14 - Besitz von Großem
  • ​Ein Friedensschluss ist immer möglich. Vor allem, wenn man sich über eine gute Ausgangslage und glückliche Fügungen freuen kann.
  • ​15 - Bescheidenheit
  • ​Langfristige Harmonie kann es nur geben, wenn alle zufrieden sind. Das bedeutet auch, sich einzuschränken und zugunsten Anderer auf etwas zu verzichten.
  • ​16 - Begeisterung
  • ​Wer das Leben liebt, hat keine Lust zu kämpfen. Außer vielleicht um einen Herzenswunsch oder um die Zuneigung eines begehrten Menschen.
  • ​17 - Nachfolge
  • ​Zum Frieden muss man Andere überzeugen, und zwar auf Dauer. Denn es geht nicht nur darum, Zusagen zu machen, sondern auch darum, Erwartungen zu erfüllen.
  • ​18 - Arbeit am Verdorbenen
  • ​Durch den Frieden wird es nicht von alleine besser. Die Trümmer der Vergangenheit müssen erst aus dem Weg geräumt und viele Existenzen neu aufgebaut werden.
  • ​19 - Annäherung
  • ​Gemeinsame Interessen sind ein Wegbereiter für den Frieden. Dadurch wird Streit noch kostspieliger und die Vernunft setzt sich eher durch.
  • ​20 - Betrachtung
  • ​Wer den Frieden will, sollte sich erst einmal ein Bild von der Lage machen, und danach versuchen, die Sicht aller Beteiligten zu verstehen.
  • ​21 - Durchbeißen
  • ​Der Weg zum Frieden ist schwer und voll Widerstände. Doch wer sich Schritt für Schritt nach vorne arbeitet und alle nötige Kraft aufbringt, wird Erfolg haben.
  • ​22 - Anmut
  • ​Harmonie und Schönheit vertragen sich nicht gut mit Krieg und Zerstörung. Sie passen viel besser zu Sorglosigkeit und einem friedlichen Leben.
  • ​23 - Zersplitterung
  • ​Wenn zu viele Menschen unzufrieden sind, herrscht eine Sehnsucht nach Zerstörung und Auflösung der Verhältnisse. Darum sollte man für Zufriedenheit sorgen.
  • ​24 - Wende
  • ​Die Dinge befinden sich im Wandel und nach jeder dunklen Nacht geht die Sonne wieder auf. Das gilt auch für Zeiten des Krieges, die vom Frieden abgelöst werden.
  • ​25 - Unschuld
  • ​Der Wunsch, sich von allen Sünden reinzuwaschen, ebnet den Weg zu einer Annäherung der feindlichen Parteien und zu einem Friedensvertrag.
  • ​26 - Des Großen Zähmung
  • ​Stärke und Macht können mit Nachdruck durchsetzen, dass kriegerische Handlungen eingestellt werden und alle Parteien auf Dauer in Frieden leben.
  • ​27 - Ernährung
  • ​Armut oder gar Hunger provozieren Konflikte und Kriege. Neben einem Mangel an materiellen Gütern kann aber auch ein Defizit an Bildung zum Problem werden.
  • ​28 - Des Großen Übergewicht
  • ​Es gibt Zeiten, in denen die Harmonie starken Belastungen ausgesetzt ist. Etwas, das sich über die Zeit zusammengebraut hat, muss nun gemeistert werden.
  • ​29 - Das Abgründige
  • ​Wer sich bedroht und in seiner Freiheit eingeengt fühlt, greift womöglich zu drastischen Handlungen. Am besten kommt es gar nicht erst so weit.
  • ​30 - Das Haftende
  • ​Frieden ermöglicht ein Leben in Überfluss und Sorglosigkeit. Er bietet beste Voraussetzungen für berufliche Erfolge und materielle Verwirklichung.
  • ​31 - Werbung
  • ​Gute Beziehungen sorgen für ein friedliches Miteinander. Und falls es mal Spannungen gibt, muss überzeugt und um Haltungen geworben werden.
  • ​32 - Dauer
  • ​Der Kreislauf von Krieg und Frieden kann durchbrochen werden. Doch auch im dauerhaften Frieden wird man immer wieder aufeinander zugehen müssen.
  • ​33 - Rückzug
  • ​In Konflikten sollte man die Lage richtig beurteilen. Sobald Nachgeben die einzig sinnvolle Wahl ist, muss das erkannt werden. Sonst zahlt man einen hohen Preis.
  • ​34 - Des Großen Macht
  • ​Die größere Macht sollte besonders vorsichtig mit ihrer Stärke umgehen und sich im Zaum halten. Nur Umsicht und Verantwortung können den Frieden sichern.
  • ​35 - Fortschritt
  • ​Nicht immer bringt nur der große Wurf zum Ziel. Auch Notlösungen, die unter Druck entstehen, können ein wichtiger Schritt in Richtung Frieden sein.
  • ​36 - Verfinsterung des Lichts
  • ​Manchmal entwickelt sich die Lage zum Schlechten und die Streitgefahr steigt. Ein umsichtiges und diplomatisches Vorgehen ist dann unverzichtbar.
  • ​37 - Sippe
  • ​Die Schicksale aller Menschen sind miteinander verknüpft. Vielleicht sollte man sich das verinnerlichen, bevor man über Krieg und Frieden entscheidet.
  • ​38 - Gegensatz
  • ​Wer den Anderen nur als Konkurrent sieht, befindet sich in einem ständigen Konflikt. Umso wichtiger ist es dann, Toleranz und Harmonie für die Gegenseite aufzubringen.
  • ​39 - Hemmnis
  • ​Das Leben auf der Erde birgt viele Hürden. Wer nach Frieden strebt, muss sich durchsetzen und Lösungen finden.
  • ​40 - Befreiung
  • ​Was der Frieden bietet, ist die Befreiung von der Last des Krieges - mit all seinen hohen Kosten. Man muss nur bereit sein, zu vergeben.
  • ​41 - Minderung
  • ​Austausch und Zusammenarbeit bergen auch Gefahren. Wenn eine Seite meint, zu kurz zu kommen und benachteiligt zu werden, sind Spannungen zu erwarten.
  • ​42 - Mehrung
  • ​Großzügigkeit und Entgegenkommen erhöhen die Chancen auf Frieden. Auch die Aussicht auf eine sichere und gewinnbringende Zeit wirkt verlockend.
  • ​43 - Durchbruch
  • ​Der Streit hört auf, wenn fest darauf vertraut wird, dass Frieden der natürliche Zustand ist, der sich früher oder später durchsetzt.
  • ​44 - Entgegenkommen
  • ​Wenn sich beide Seiten aufeinander zubewegen, kann leichter eine Einigung erzielt werden und die Chancen auf Frieden steigen.
  • ​45 - Sammlung
  • ​Wer einstige Gegner fest an sich bindet und sein Schicksal mit ihrem verknüpft, baut sich eine Festung der Eintracht und der Harmonie auf.
  • ​46 - Empordringen
  • ​Der Wunsch nach Macht und Einfluss kann Nährboden für den Krieg sein, aber auch den Frieden begünstigen. Denn Erfolg braucht Schöpfung, und nicht Zerstörung.
  • ​47 - Bedrängnis
  • ​Irgendwann wird der Mensch müde und will sich nicht mehr streiten. Vielleicht setzen ihm auch die Kosten des Krieges zu. Dann stehen alle Zeichen auf Frieden.
  • ​48 - Brunnen
  • ​Die Natur bietet ausreichend Wohlstand für alle. Man muss sich darum nicht streiten, denn der Mensch findet immer einen Weg, diese Schätze ausgiebig zu nutzen.
  • ​49 - Umwälzung
  • ​Die Dinge befinden sich ständig im Wandel. Regelmäßige Veränderungen können dem Frieden immer wieder eine Chance geben. Man muss sie nur nutzen.
  • ​50 - Tiegel
  • ​Lebensstil, Vergnügen, Kunst, Kultur. Im Krieg leiden diese wertvollen Güter, im Frieden gedeihen sie. Das alleine ist schon ein triftiges Argument gegen den Krieg.
  • ​51 - Donnern
  • ​Wer den Krieg will, sollte wissen, dass er ihn auch bekommen könnte - mit allen grauenhaften Folgen. Vielleicht bewegt das zum Umdenken.
  • ​52 - Stille
  • ​Ruhe und Harmonie lassen die Wut abklingen und führen zu einem friedlichen Gemüt. Das gilt für Menschen und für Staaten.
  • ​53 - Entwicklung
  • ​Frieden bedeutet Sicherheit und Wohlstand für eine lange Zeit. Der Krieg zerstört dagegen, was über viele Jahre mühsam aufgebaut wurde.
  • ​54 - Das heiratende Mädchen
  • ​Auch Staaten können ihre Handlungen friedlich aneinander anpassen. Wenn alle im Einklang handeln, werden Konflikte verhindert.
  • ​55 - Fülle
  • ​Wohlstand und Überfluss sind eine bessere Wahl, als Leid und Zerstörung. Ein schönes und abgesichertes Leben ist Mangel und Tod allemal vorzuziehen.
  • ​56 - Wanderer
  • ​Die Wege der Zukunft sind nur schwer zu ergründen. Umso wichtiger ist es, friedliche Pfade zu wählen, anstatt sich unnötigen Gefahren auszusetzen.
  • ​57 - Das Eindringliche
  • ​Der Weg zum Frieden dauert oft lange und muss mit kleinen Schritten zurückgelegt werden. Doch wer daran festhält, wird früher oder später sein Ziel erreichen.
  • ​58 - Das Heitere
  • ​Sich des Lebens freuen und Anderen mit einer positiven Einstellung begegnen. Dadurch schafft man Frieden und fördert ein harmonisches Miteinander.
  • ​59 - Auflösung
  • ​Wenn eine Gesellschaft ihren Egoismus beiseitelegt und in einem Bund aufgeht, senkt das die Gefahr kriegerischer Konflikte.
  • ​60 - Beschränkung
  • ​Zurückhaltung und eine Begrenzung der Handlungen kann nötig sein, um den Frieden zu sichern. Manchmal ist es wichtig, nicht zu provozieren.
  • ​61 - Innere Wahrheit
  • ​Wenn es in Verhandlungen um Krieg und Frieden geht, sollte man wissen, was die andere Seite denkt und was sie will. Es gibt keine Alternative, als zu überzeugen.
  • ​62 - Des Kleinen Übergewicht
  • ​In Friedensgesprächen hat der Schwächere eigentlich die schlechteren Karten. Doch ohne ihn ist nichts möglich, deshalb muss auch er mit der Einigung zufrieden sein.
  • ​63 - Nach der Vollendung
  • ​Wenn sich alles im Einklang befindet und seinen geregelten Weg geht, herrscht Frieden. Dann ist die Welt zu perfekt, um aus dem Lot zu geraten.
  • ​64 - Vor der Vollendung
  • ​Damit der Frieden wirklich hält, müssen die Dinge erst geregelt werden. Es gilt, wieder Ordnung zu schaffen, und sich auf verlässliche Verträge zu einigen.